Potsdams wenig bekanntes Dreikönigstor

Das Dreikönigstor neben dem Friedenshaus in der Schopenhauerstraße ist fast immer geschlossen und so nehmen viele Passanten es gar nicht wahr. Zu einer Besichtigung der Friedenskirche durfte ich vor kurzem hindurchgehen. Nun wollte ich auch herausfinden, wer die drei Könige sind und wofür sie stehen.

Die Könige Salomo und David aus dem Alten Testament sind links und rechts des Eingangs aufgestellt. Links ist Salomo zu sehen, der „Friedreiche“, der sich in der Rechtsprechung weise zeigte, wie kein anderer vor ihm. Das „salomonische Urteil“ fällte er im Streit zweier Frauen um ein Neugeborenes. Da keinen Beweis für die Mutterschaft gab, besann er sich auf eine List: „Das Kind solle durch Schwert geteilt werden, auf dass jede eine Hälfte bekomme.“ Durch den Verzicht der wahren Mutter auf ihr Kind erkannte Salomo die Zugehörigkeit und konnte Recht sprechen. Zu erkennen ist Salomo an der Gesetzesrolle.

David ist der Vater von Salomo, ihm sind die Harfe und die Steinschleuder als Attibute zugeordnet. Dass er mit der Steinschleuder den riesenwüchsigen Goliath besiegt hat, ist hinlänglich bekannt. Auch um die Davidharfe rankt sich eine Geschichte: Eines Tages wurde der Schäfersjunge zum König von Israel befohlen. Dort gelang es ihm, den Herrscher durch sein Spiel von einem bösen Geist zu befreien.

Salomo und David wachen am Zugang zum Friedensgarten und der Friedenskirche. Das ist die Achse des Glaubens. Der dritte König aber ist ein weltlicher. Es ist Karl der Große, der im Jahre 800 zum Kaiser gekrönt wurde. Er steht im rechten Winkel zu Salomo und David. Es ist kein Zufall, dass er in Richtung Obelisk und Triumphtor blickt, das für die Niederschlagung des badischen Aufstands errichtet wurde. Das ist die Achse der Macht.

Triumphtor und Dreikönigstor wurden zeitgleich 1851 errichtet. Friedrich Wilhelm IV. zeichnete persönlich den Entwurf. Die Ausführung übernahm Hofarchitekt Ludwig Ferdinand Hesse, die Sandsteinplastiken stammten von Gustav Bläser aus Berlin.

Mit seinem Dreikönigstor zeigte Friedrich Wilhelm IV. die Verbindung von Politik und Religion. Sich selbst sah er als König von Gottes Gnaden.